Das Wohnhaus des Emmaushofes wurde im Jahr 1898 von Philipp und Maria Göbel erbaut. Das Anwesen hatte ursprünglich die Bezeichnung „Gauaschach Haus-Nr. 40 ½".

Im Untergeschoss waren untergebracht:

  • der Kuhstall, der jetzt als Heizungsraum dient
  • eine Futterküche, in der sich das jetzige Bad befindet
  • eine Wohnküche
  • die gute Stube (der jetzige Gemeinschaftraum) , die nur zu besonderen Anlässen benutzt wurde
  • das Elternschlafzimmer, das jetzt als Küche dient
  • Obergeschoss: Wohn- und Schlafräume der Kinder

Das Dachgeschoss (jetziger 2. Stock), der „obere Boden“ war Getreidespeicher und wurde in den Jahren 1998 bis 2001 für Wohnzwecke umgebaut.

Der Gewölbekeller war Lagerstelle für Futterrüben und Kartoffeln und Lagerort für die Apfelmostfässer. Ebenso war ein Spezialgestell für Brote vorhanden. Dieses Gestell diente zur Aufnahme von 16 Sechs-Pfund-Brotlaibern (etwa der Verbrauch für 2 Wochen!).

Gebacken wurde immer für 2 Wochen im voraus.

Im Haushalt lebten 7 Kinder, wobei eines schon im Kindesalter starb. An das Wohnhaus schlossen sich an das außenstehende Plumps-Klo, der Schweinestall, darüber der Hühnerstall und der Lagerort für die Spreu des gedroschenen Getreides.

In der anschließenden  Halle war eine Werkstatt mit Ambos, ein Fahrrad-Unterstellplatz und ein Lagerort für Garten- und landwirtschaftliche Geräte untergebracht.

Die Scheune wurde etwa 1920 gebaut. Diese war ursprünglich auf dem Gut der Familie Stattelmann in Bonnland gestanden und anschließend in Gauaschach mit den Abrissbalken, den Ziegeln usw. wieder aufgebaut worden.  Die älteste Tochter Anni des Ehepaars Maria und Philipp Göbel war dort in der Familie angestellt und hat diese Scheune über die Jahre hinweg als Entlohnung abgearbeitet.

 


 

 Auf dem Anwesen wurde stets Landwirtschaft betrieben (etwa 5 ha Feld und Wiesen, ca. 1 ha Wald), bis etwa 1985 die Mutter von Richard, die „Fleißige“, die Bewirtschaftung aufgab.

Der Erbauer Philipp verstarb 1944 und seine Ehefrau, Maria, 1948, ohne dass die Nachfolge notariell geregelt war.

So wurde das Anwesen in Erbengemeinschaft betrieben. Im Haus wohnten Otto (mit Frau und 3 Kindern), die ledige Tante Maria und Rudolf mit Lilli und den Kindern Doris, Christl und Richard. Rudolf verstarb 1986. Richard wurden notariell 1996 fünf Anteile der Ebengemeinschaft übertragen.

Geschwister.d.Erbengemeinschaft

 

Wie wurde der Emmaushof geboren?

1996 war eine Tagung der katholisch charismatischen Erneuerung in der Kürnachtal-Halle in Würzburg-Lengfeld.  Veranstalter waren die Diözesen Würzburg und Fulda mit etwa 500 Teilnehmern. Das zentrale Thema des Tages betraf die „Menschen am Rand“. Zwei Männer mit „Knasterfahrung“ haben aus ihrem Leben in ihrer Wohngemeinschaft Nürnberg erzählt. Sie teilten ferner den Wunsch mit, dass sie gerne einen Bauernhof bewohnen würden. Nach einem Besuch auf dem Hof in Gauaschach waren die beiden Feuer und Flamme, obwohl das Anwesen stark „reparaturbedürftig“ war.

Kurz darauf wurde ein Pachtvertrag unterzeichnet und das Anwesen bekam den Namen „Emmaushof“.

So wurde im Laufe der Zeit der Emmaushof zur Anlaufstelle für viele Menschen, die für kurze oder längere Zeit eine neue Heimat fanden.

Als Zufluchtsort wird die Kapelle, welche sich im Gewölbekeller befindet, genutzt. Der Altar wurde in Eigenregie aus Bruchsteinen aufgebaut. Als Ambo diente der Grabstein mit Christus-Korpus. Dieser Stein steht jetzt an der vorderen Hauswand zur Hauptstraße hin. Ein Bewohner hat dieses „gewichtige“ Schmuckstück auf einem Schuttplatz entdeckt und gerettet.

Wir wünschen und hoffen, dass auf dem Hof schon bald wieder Menschen einziehen, die in Gemeinschaft sich wohlfühlen, Geborgenheit erfahren und Richtung für ihr Leben neu finden.